Ökologische Kleinhäuser

Von Amerika ist eine Bewegung über den großen Teich geschwappt. Eine Bewegung, die dort aus einem Mangel entstanden ist und eine neue Form des Lebens kreiert hat: Die Tiny House Bewegung. Ein minimalistisches Leben, in dem eine bewusste Begrenzung auf das Wesentliche Hauptmerkmal ist. Hier in Deutschland und Österreich kam dann noch die Ökologie dazu. Und vielerorts auch die Autarkie. Nun stehen wir vor einem weiteren Schritt. Jetzt erhält der erste Platz in Deutschland (auch Österreich hat noch keinen) die offizielle Genehmigung, Tiny Houses aufzustellen. Fahrbare und auch feststehende. So wird die Tiny House Bewegung kombiniert mit dem Gemeinschaftsgedanken: Solidarische gegenseitige Hilfeleistungen, soziale Vernetzung,  sich das Leben mit einander sinnvoll gestalten. Jeder kann so viel Gemeinschaft und soviel Individualität leben, wie es für ihm wichtig ist. Das Leben findet mehr draußen statt: In der Natur und mit der Natur. 

 

Doch was macht ein Tiny House aus?

 

Dazu möcht ich ein bisschen mehr schreiben, so wie wir es verstehen.

 

Das Haus

 Als Tiny House oder ein Kleinsthaus werden Häuser unter oder auch bis 50m² bezeichnet. Viele Kleinsthäuser sind mobil, jedoch bei weitem nicht alle.

 

Sie haben den Vorteil, das sie gedämmt sind (anders als die meisten Wohnwagen und Gartenlauben). Und dass man in ihnen leben kann wie in einem normalen Haus. Alles notwendige ist vorhanden. 

 

Die mobilen Tinys haben meist eine halbe zweite Etage eingebaut, auf der sich das Schlafloft befindet. Hier in Deutschland müssen wir uns an die Straßenverkehrsordnung halten. Daher sind die Maximalmaße meist: 4 m Höhe, 2,55 m Breite und 10 m Länge und je nach Anhängerkupplung & Bremsen ist das max. Gewicht von 3,5 Tonnen maßgeblich (wenn ich eine 100 kmh Zulassung haben möchte). Will ich jedoch nicht schneller als 25 kmh fahren, reichen die max. Maße aus. Und ich muss mich nur bedingt an die Gewichts-begrenzung halten.

Tinys werden entweder als Wohnwagen oder als Ladung zugelassen und fallen daher nicht unter die Baugesetze (auch dadurch das sie unter 50 m² sind). Daher sind sie sehr viel günstiger, haben jedoch den Komfort eines normalen Hauses.

 

Feststehende Tinys brauchen in der Regel auch keinen Statiker, keinen Energieausweis, ... . Da sie unter 50 m² Grundfläche haben. Sie fallen unter die Kategorie Wochenendsiedlungen bzw. Kleingartenhäuschen. Nachteil hier: Es steht fest.

Gefällt es mir nicht mehr wo ich bin, muss ich das Haus abbauen oder per Schwertransport umziehen (geschieht in USA häufig, jedoch hier in good old Germany?)

 

Ist das alles zum Kleinsthaus?

 

NEIN

 

Denn:

Der maßgebliche Unterschied, ist die Konzentration auf das Wesentliche!! Das bedeutet nicht eine Beschneidung des Lebenkomforts, sondern eine Bereicherung durch weniger Konsum, weniger Zeug was herumliegt und Energie frisst und vor allem auch eine innere Einstellung, ein inneres Reinigen von allem Überflüssigen, Ablenkenden von den wirklich wichtigen Dingen im Leben. Simplify your live!

Ökologie

 

Ein Tiny zu bauen ist eine Sache.

 

Doch was verwende ich?

 

Aluminium? Kunststoffschaum zum Dämmen?

 

Gipskartonplatten? Metallständerwerk?

  

Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere Tinys ökologisch zu bauen und  sie Schritt für Schritt  autark werden zu lassen.

 

Was heißt das?

  • gute Dämmung / hochwertige Fenster
  • durch den "kleinen" Wohnraum muss weniger geheizt werden

  • Verwendung nachhaltiger Baustoffe

  • Autarkie durch Einbau & Anbau verschiedener Anlagen

 Holz als Baustoff 

  • ESB-Platten (sind diffusionsoffen, nur mit Leim verklebt d.h. ohne Chemikalien)

  • Holzständerwerk

  • Holzfenster (Doppelverglast)

  • Holz für die Außenverkleidung

 Ökologische Dämmung 

  • Hanffaserdämmplatten
  • Holzfaserdämmplatten

  • Schafswolle

 Heizen

  •  Holzofen (mit Lehm ummantelt und Warmwasserspeicher --> geben Wärme nach und nach ab)
  • Elektroöfen (neue Modelle, z.B. Wandflächenheizung, Heizung für die Steckdose, beides mit hoher Energieeffizienz)

  • Für den Notfall Gasofen oder/und Teelichteröfen

 

Weitere ökologische Aspekte

  •  Verwendung von LED Lichtern (warmweiß/natürliches Licht)
  • Minimalisierung von elektronischen Geräten (keinen Fernseher, keine Klimaanlage, möglichst viele Handbetriebene Küchengeräte, zwei Kochplatten, kleiner Pizza-/Brötchenofen, ...) 

Autarkie 

  • Sumpfklärbeet für Grauwasser und Regenwasser zur Gewinnung von Nutzwasser (auf dem Dach oder extern)    --> Voraussetzung ist die Verwendung von rein natürlich abbaubaren Produkten zum Duschen, Putzen, Wäsche Waschen und Geschirrspülen

  • Wasserfilter mit gepresstem Aktivkohlekern und Energetisierung zur Gewinnung von Trinkwasser aus dem Nutzwasser (Anm. in Deutschland ist es verboten Regenwasser zu trinken oder aufzubereiten. Auch für eigene Brunnen ist an die Stadt/ den Kreis Wasserkosten zu zahlen)
  • Solaranlage zur Stromgewinnung (5 Paneele sind ausreichend für 1 Laptop, 2 Handyladungen, 1 kl. Waschmaschine, Beleuchtung & mäßiges Kochen)             --> am effektivsten drehbar, damit viel Licht eingefangen werden kann und mit Batterien, als Energiespeicher

  • In windigen Regionen Verwendung eines Windrades mit Batterien als Speicher

  • an Bächen oder Flüssen mit dementsprechender Strömung einbauen kleinerer Turbinen zur Stromgewinnung

  • Komposttoilette --> Vermeidung von Schwarzwasser und Gewinnung von Dünger (Urin + aktiven Mikroorganismen) & Kompost (Stuhl mit Schwarzerde)

  • Warmwasser und Heizen durch Solarpaneele

  • Warmwasser und Heizen durch Kompostmeiler (durch die Kompostierung wird das Wasser auf ca. 70 ° erhitzt

  • Kühlen durch stromunabhängige Kühlsysteme --> selbst baubar z.B. Erdkeller (konstante 8 ° Sommer wie Winter) oder the box in the Box in der Erde oder auf der Erde mit Belüftungsschläuchen,  in der die Luft abkühlt oder sich erwärmt oder durch ein wassergekühltes System, funktioniert gut an Kühlen Bächen oder Seen

  • autarke Lebensmittelgewinnung im eigenen Garten (spart Spritkosten und liefert gesunde Lebensmittel in Bioqualität)

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